Beethovenfest Bonn's posterous http://beethovenfest.posterous.com Most recent posts at Beethovenfest Bonn's posterous posterous.com Fri, 25 May 2012 05:00:00 -0700 M wie Missa solemnis http://beethovenfest.posterous.com/m-wie-missa-solemnis http://beethovenfest.posterous.com/m-wie-missa-solemnis

Beethoven-Blog-Lexikon

Beethovens Messe in D-Dur für vier Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel op. 123 ist besser bekannt als Missa solemnis, was so viel heißt wie feierliche Messe. Beethoven hielt die Missa solemnis für sein bedeutendstes Werk. Grund genug, ihr den heutigen Eintrag im Beethoven-Blog-Lexikon zu widmen. (Hörbeispiele hier)

Im Jahr 1807 schrieb Beethoven seine erste Messe, die C-Dur-Messe op. 86, im Auftrag von Fürst Nikolaus II. von Esterházy und stand bei dieser Gattung in direktem Vergleich zum großen Haydn. Esterházys Urteil fiel vernichtend aus: „Die Messe von Beethoven ist unerträglich,
lächerlich und scheußlich, ich bin nicht davon überzeugt, daß sie überhaupt anständig
aufzuführen wäre; ich bin deshalb wütend und beschämt.“

Erst zwölf Jahre später sollte sich Beethoven wieder an eine Messe wagen. Anlass war die Ernennung des Erzherzogs Rudolph – ein Freund, Schüler und Gönner Beethovens (siehe auch Beethoven-Blog-Lexikon G wie G-Dur-Konzert) – zum Erzbischof von Olmütz. Tatsächlich brauchte Beethoven für die Missa solemnis sehr viel länger als geplant und hielt sowohl Verleger als auch Erzbischof Rudolph immer wieder hin.

Erzbischof Rudolph erhielt erst drei Jahre nach seiner Inthronisation die fertige Messe, die in die traditionellen fünf Sätze Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei aufgeteilt ist. Uraufgeführt wurde sie am 7. April 1824 in St. Petersburg. Im selben Jahr konnte Beethoven sie für 1000 Gulden an den Mainzer Verlag Schott verkaufen. Ebenfalls an Schott ging die 9. Sinfonie für 600 Gulden, wie Beethovens Autorisation zeigt.

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Die Stichvorlage zur Missa solemnis – eine Abschrift von 440 Seiten, die zahlreiche handschriftliche Eintragungen Beethovens enthält – befindet sich heute im Besitz des Beethoven-Hauses Bonn. Da die Originalabschrift nicht mehr vollständig erhalten ist, ist gerade diese Stichvorlage für die Quellenforschung sehr wichtig. Beethoven lieferte sie 1825 an den Schott-Verlag nach – mit der Begründung: „die alte partitur war zu beschmiert um ihnen zu schicken, die neue ist auf‘s sorgfältigste durchgesehn worden, wahrlich keine kleine Mühe bey einem Kopisten, der kaum versteht, was er schreibt!“

Beim Beethovenfest wird die „Missa solemnis“ am 14.9. unter der Leitung von Herbert Blomstedt aufgeführt: http://www.beethovenfest.de/programm/Blomstedt-Missa-Solemnis/640/

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Sun, 20 May 2012 08:47:56 -0700 L wie Liszt http://beethovenfest.posterous.com/l-wie-liszt http://beethovenfest.posterous.com/l-wie-liszt

Beethoven-Blog-Lexikon

„Der Name Beethoven ist heilig in der Kunst.“ 1840 erschien dieser Satz im gedruckten Vorwort zur Klavierpartitur der 5. Symphonie Beethovens. Geschrieben hatte es Franz Liszt (1811-1886), der wohl kaum einen Komponisten mehr verehrte als Beethoven. Sein künstlerisches Leben wurde stark von Beethoven beeinflusst, obwohl er ihn selbst vermutlich nie getroffen hat. Liszt nahm bei Carl Czerny in Wien Unterricht und gab dort auch Konzerte. Lange Zeit hielt sich deshalb auch hartnäckig die Legende des „Weihekuss“, die Beethoven dem Wunderkind Liszt nach einem Konzert 1823 in Wien gegeben haben soll; tatsächlich war Beethoven in dieser Zeit aber schon vollständig ertaubt und besuchte keine Konzerte mehr.

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Bei Czerny lernte Liszt seine ersten Werke Beethovens kennen, die ihn seither nicht mehr losließen –als Pianist, Musiklehrer, Essayist, Dirigent und Verleger. 1836 feierte er einen großen Erfolg mit der Aufführung der bis dahin als unspielbar bezeichneten Hammerklaviersonate. Berlioz nannte Liszt nach dem Konzert einen Ödipus, der das Rätsel der Sphinx gelöst habe. 1837 folgten Liszts vielbeachtete Kammermusiksoireen mit Werken von Beethoven und die ambitionierte Umsetzung der Symphonien 5 bis7 als Klavierwerke.

1845 war Liszt nicht nur musikalisch maßgeblich an den dreitägigen Feierlichkeiten zu Beethovens 75. Geburtsjahr beteiligt. Zu dem Fest gehörte die Einweihung der Beethovenstatue auf dem Münsterplatz, die mit stolzen 2.666 Talern (Gesamtkosten 13.000 Taler) von Liszt mitfinanziert wurde.
Liszt kann also als der Begründer des Beethovenfestes gelten und wurde im letzten Jahr zu seinem 100. Geburtstag im Rahmen des Beethovenfestes Bonn 2011 entsprechend gefeiert.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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Liszt-Porträt von Henri Lehmann


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Sun, 13 May 2012 08:48:00 -0700 Beethoven-Blog-Lexikon: K wie Karl http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-k-wie-karl http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-k-wie-karl

„Gott ist mein Zeuge, was ich schon durch ihn durchstehen musste…“ schrieb Beethoven am 6. Oktober 1824 in einem Brief.
Die Rede ist von Karl, seinem zu dem Zeitpunkt 18-jährigen Neffen, der nach einem Besuch bei Beethoven für eine Weile nicht mehr auffindbar war. Das Verhältnis der beiden war angespannt. Beethoven erwartete viel von Karl, für den er nach dem Tod seines Bruders Kaspar 1815 das Sorgerecht übernommen hatte. Schon das ging nicht reibungslos vonstatten, wie zahlreiche Briefe um die Sorgerechtsstreitigkeiten mit Karls Mutter Johanna belegen. Erst eine Verfügung des Niederösterreichischen Landrechts setzte Beethoven 1816 zum alleinigen Vormund ein. Sein Kontakt zu dem Jungen blieb belastet. Nach der Schulzeit, in der Karl zeitweise bei seinem Onkel wohnte, nahm er zunächst ein Philosophie-Studium an der Universität auf. Gegen Beethovens Willen brach er es Anfang 1825 ab, um stattdessen eine kaufmännische Ausbildung aufzunehmen. Während Beethoven sich in die Vaterrolle stürzte, hatte Karl seinen eigenen Kopf, was immer wieder zu Reibereien führte. Am 6. August 1826 kam es zur Katastrophe: Karl unternahm einen Selbstmordversuch, den er knapp überlebte. Die Probleme zwischen beiden blieben bestehen. Karl schlug  eine militärische Laufbahn ein und Beethoven übertrug noch kurz vor seinem Tode 1827 wieder der leiblichen Mutter Johanna das alleinige Sorgerecht.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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Fri, 04 May 2012 02:26:00 -0700 Beethoven-Blog-Lexikon: J wie Joseph http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-j-wie-joseph http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-j-wie-joseph

Haydn_hardy
Gleich mehrere Menschen mit Namen Joseph können mit Beethoven in Zusammenhang gebracht werden: Da ist zum Beispiel Joseph Karl Stieler, der das heute wohl bekannteste Porträt von Beethoven gemalt hat. Oder auch der Kaiser Joseph II – übrigens ein Bruder des Bonner Kurfürsten Maximilian Franz – zu dessen Tod der kaum zwanzigjährige Beethoven 1790 eine Trauerkantate komponierte, die jedoch für lange Zeit in der Schublade verschwand. Im Beethoven-Blog-Lexikon soll aber Beethovens Verhältnis zu einem anderen Joseph im Mittelpunkt stehen: Joseph Haydn. Der Komponist, der 1732 bis 1809 lebte und u.a. in England große Erfolge feierte, kam 1791 auf einer Londonreise über Bonn und begegnete dort dem 21-jährigen Beethoven. In der Redoute in Bad Godesberg – heute immer noch eine der Spielstätten des Beethovenfestes – spielte Beethoven Haydn vor. Resultat war eine zweite Studienreise Beethovens nach Wien mit einem Stipendium des Kurfürsten, wo er Meisterschüler Haydns werden sollte. Schon einmal war er nach Wien aufgebrochen, um Meisterschüler eines großen Komponisten zu werden, aber zu dem Unterricht bei Mozart kam es schlussendlich nicht, und Beethoven kehrte nach Bonn zurück. Anders 1792: Beethoven begann den Unterricht, etablierte sich in Wien und blieb dort. Im Beethoven-Haus Bonn befinden die Briefe zwischen Haydn, Kurfürst Maximilian Franz und Beethoven über den Lernerfolg Beethovens aus dieser Zeit. Beethoven war ein eigensinniger Schüler und nahm zusätzlich noch Unterricht bei Johann Baptist Schenk, Johann Georg Albrechtsberger, Antonio Salieri.

Heute ist man sich einig, dass Haydn, Mozart und Beethoven die bedeutsamsten Komponisten der Wiener Klassik waren.

Bild: Joseph Haydn

Beim Beethovenfest 2012 spielt das Kuss-Quartett in der Veranstaltung „Haydn und der britische Humor“ Haydns „Preußische Quartette“ 1 und 4. Zudem liest Udo Samel aus Laurence Sterne: „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“.

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Thu, 03 May 2012 08:31:00 -0700 Vorfreude #1 - Patricia Kopatchinskaja http://beethovenfest.posterous.com/vorfreude-1-patricia-kopatchinskaja http://beethovenfest.posterous.com/vorfreude-1-patricia-kopatchinskaja

In unserer neuen Reihe befragen wir Künstler, worauf sie sich bei ihrem Konzert beim Beethovenfest am meisten freuen. Patricia Kopatchinskaja hat eine ganz genau Idee.

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Fri, 27 Apr 2012 06:23:00 -0700 I wie Instrument http://beethovenfest.posterous.com/i-wie-instrument http://beethovenfest.posterous.com/i-wie-instrument

Beethoven-Blog-Lexikon

Wenn es im Beethoven-Blog-Lexikon um Instrumente geht, kann man sich denken, um welche Art von Instrumenten es sich handelt: Musikinstrumente! Seit Beethovens Kindheit bestimmten Musikinstrumente seinen Alltag. Er erhielt Klavier-, Kompositions- und Geigenunterricht, trat mit sieben Jahren zum ersten Mal als Pianist auf, bekam später seine erste Anstellung als Organist und dann als Cembalist und Bratschist der Hofkapelle. Im Beethoven-Haus Bonn sind einige seiner Instrumente zu bewundern, darunter die Dienstbratsche, auf der er als Mitglied der Bonner Hofkapelle spielte.

Im Jahre 2009 konnte das Beethoven-Haus für eine Ausstellung zu Beethovens Streichinstrumenten sogar alle sechs Streichinstrumente, die Beethoven besessen hat, zusammentragen. Auf dem Korpus des restaurierten Cellos, einer Leihgabe, sind heute noch zwei Siegel von Beethoven erkennbar. Er erhielt es von Fürst Karl Lichnowsky, der dem Komponisten für die sechs Streichquartette op. 18 einen ganzen Satz von Streichquartett-Instrumenten schenkte.

Beethoven, der zunächst als Klaviervirtuose Erfolge feierte, stellte immer neuer Forderungen an die Klavierbauer. Die schnellen Weiterentwicklungen im Instrumentenbau jener Zeit, besonders bei den Blasinstrumenten, beeinflussten auch Beethovens instrumentalische Experimentierfreude. Im Finalsatz seiner Fünften Symphonie spielen Posaunen und Piccoloflöten eine herausragende Rolle und im Violinkonzert räumte er gar der Pauke einen besonderen Stellenwert ein (>Hörbeispiel).

Weniger erfolgreich war Beethoven mit der Weiterentwicklung einer anderen Art von Instrumenten  - mit seinen Hörrohren. Doch das ist ein anderes Kapitel…

Beethovenhome

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Fri, 20 Apr 2012 03:40:00 -0700 H wie Heiligenstädter Testament http://beethovenfest.posterous.com/h-wie-heiligenstadter-testament http://beethovenfest.posterous.com/h-wie-heiligenstadter-testament

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Beethoven-Blog-Lexikon

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Heute überlassen wir Beethoven selbst das Wort im Beethoven-Blog-Lexikon. Er schrieb das sogenannte Heiligenstädter Testament am 6. Oktober 1802 (mit einem Nachtrag am 10. Oktober) in einem Zustand großer Niedergeschlagenheit, die wesentlich durch seine zunehmende Taubheit und die damit einhergehende Vereinsamung begründet liegt. Der sehr persönliche und emotionale Brief des 32-Jährigen an seine Brüder Kaspar Karl und Johann, dessen Name in dem Brief ausgespart wird, wurde erst nach seinem Tode in seinem Nachlass gefunden. Anlass für die verzweifelte Bestandsaufnahme war eine Kur in Heiligenstadt, wo sich Beethovens große Hoffnung auf Linderung oder gar Heilung nicht bewahrheitete.

Auszug aus Beethovens Brief:

für meine Brüder Carl und ... Beethowen

O ihr Menschen die ihr mich für Feindseelig störisch oder Misantropisch haltet oder erkläret, wie unrecht thut ihr mir, ihr wißt nicht die geheime ursache von dem, was euch so scheinet, mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte Gefühl des Wohlwollens, selbst große Handlungen zu verrichten dazu war ich immer aufgelegt, aber bedenket nur daß seit 6 Jahren ein heilloser Zustand mich befallen, durch unvernünftige Ärzte verschlimmert, von Jahr zu Jahr in der Hofnung gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem überblick eines daurenden Übels <das> (dessen Heilung vieleicht Jahre dauren oder gar unmöglich ist) gezwungen, mit einem feurigen Lebhaften Temperamente gebohren selbst empfänglich für die Zerstreuungen der Gesellschaft, muste ich früh mich absondern, einsam mein Leben zubringen, wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles das hinaussezen, o wie hart wurde ich dur[ch] die verdoppelte traurige Erfahrung meines schlechten Gehör's dann zurückgestoßen, und doch war's mir noch nicht möglich den Menschen zu sagen: sprecht lauter, schreyt, denn ich bin Taub, ach wie wär es möglich daß ich <da> die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bey mir in einem Vollkommenern Grade als bey andern seyn sollte, einen Sinn denn ich einst in der grösten Vollkommenheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem Fache gewiß haben noch gehabt haben – o ich kann es nicht, drum verzeiht, wenn ihr mich da zurückweichen sehen werdet, wo ich mich gerne unter euch mischte, doppelt Wehe thut mir mein unglück, indem ich dabey verkannt werden muß, für mich darf Erholung in Menschlicher Gesellschaft, feinere unterredungen, Wechselseitige Ergießungen nicht statt haben, ganz allein fast nur so viel als es die höchste Nothwendigkeit fodert, darf ich mich in Gesellschaft einlassen, wie ein Verbannter muß ich leben, nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine heiße Ängstlichkeit, indem ich befürchte in Gefahr gesezt zu werden, meine[n] Zustand merken zu laßen…

– lebt wohl und Vergeßt mich nicht ganz im Tode, ich habe es um euch verdient, indem ich in meinem Leben oft an euch gedacht, euch glücklich zu machen, seyd es –

 Ludwig van Beethowen

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Die erste Seite des Briefes

>Hier zur vollständigen Fassung des "Heiligenstädter Testaments" (Beethoven-Haus Bonn)

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Mon, 16 Apr 2012 00:54:00 -0700 Beethoven-Blog-Lexikon http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-84092 http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-84092

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G wie G-Dur-Konzert

Das Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Konzert, das schon Robert Schumann als „Beethovens vielleicht größtes Klavierkonzert“ bezeichnete. Am besten ist es wohl, gleich einmal in den ersten Satz – Allegro moderato – hereinzuhören.

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE Es ist das Klavier, das hier in leisen, sanften G-Dur Akkorden beginnt, nicht das Orchester. Fünf Takte spielt das Solo-Instrument allein – denn wieder einmal hält sich Beethoven nicht an die geläufigen Schemata, sondern überrascht seine Zuhörer mit einer neuen Idee. Erst im 6. Takt setzt das Orchester ein – und erhält auf diese Weise – wie der Pianist Emanuel Ax feststellt – in einer merkwürdigen Umkehrung selbst den Charakter eines Solo-Instruments. Emanuel Ax, der beim Beethovenfest 2012 Beethovens 3. Klavierkonzert mit dem London Symphony Orchestra spielen wird, beschreibt, was er an Beethoven schätzt, wie folgt: “What’s remarkable about Beethoven is the ability to handle time… everything feels just right.” (>Hier seine Bemerkungen zu Beethovens 4. Klavierkonzert)

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Bereits in seinem dritten Klavierkonzert legte Beethoven die Entwicklung hin zum symphonischen Klavierkonzert an, die im vierten fortgesetzt wird. Das G-Dur-Klavierkonzert entsteht zudem zur selben Zeit wie seine 5. und 6. Symphonie – im Jahre 1805 – und wird dann auch gemeinsam mit den beiden Symphonien am 22.12.1808 am Theater an der Wien uraufgeführt. Der Solist: Beethoven selbst.

Der zweite Satz – das Andante con moto – soll durch die Orpheus-Sage angeregt sein. Die Liebe kämpft gegen die Unterwelt, das düstere Orchesterthema gegen das innige Klavierthema, das schließlich die Oberhand gewinnt. Der dritte Satz – Rondo vivace – schließlich lässt das Konzert heiter und tänzerisch ausklingen.

Gewidmet ist das Werk Beethovens Schüler und Gönner Erzherzog Rudolph (siehe Bild). Es ist das erste ihm gewidmete Werk, dem viele weitere folgen sollten.

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Quelle: BR-Klassik und Beethoven-Haus Bonn.

Beim Beethovenfest 2012:

Beethovens 1. Klavierkonzert am 16.9. mit Kit Armstrong.

Beethovens 3. Klavierkonzert am 8.9. mit Emanuel Ax.

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Thu, 05 Apr 2012 07:59:00 -0700 Das Osterrätsel vom Beethovenfest Bonn http://beethovenfest.posterous.com/das-osterratsel-vom-beethovenfest-bonn http://beethovenfest.posterous.com/das-osterratsel-vom-beethovenfest-bonn

Dirigent gesucht!

Osterraetsel_dirigentgesucht

Mit 17 Jahren dirigierte er zum ersten Mal - damals in Nord-Ossetien. Heute ist er längst gefragter Gastdirigent bei renommierten Orchestern überall auf der Welt und seit 2008 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Orchestre National du Capitole de Toulouse (ONCT). Im Jahr 2010 schließlich begann er seine feste Zusammenarbeit mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und präsentiert sich auf dem Beethovenfest 2012 erstmalig als amtierender Chefdirigent und Künstlerischer Leiter dieses Orchesters. Am 10.9. kann man sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das ausgewählte „American Songs“ von Bernstein und Gershwin mit Werken der russischen Komponisten Strawinski und Rachmaninoff vereint.

Gewinnfrage: Wie heißt der Dirigent?

Antworten bitte per E-Mail bis zum 10.4.2012 an marketing@beethovenfest.de.

Unter den richtigen Antworten verlost das Beethovenfest zwei Karten für das Konzert „American Songs“ am 10.09.2012, 20 Uhr in der Beethovenhalle Bonn mit der Mezzosopranistin Susan Graham und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. 

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Wed, 04 Apr 2012 07:13:00 -0700 F wie Fidelio http://beethovenfest.posterous.com/f-wie-fidelio http://beethovenfest.posterous.com/f-wie-fidelio

Beethoven-Blog-Lexikon

Nur eine einzige Oper hat Beethoven geschrieben – die dafür aber zwei Namen ("Fidelio" oder "Leonore"), vier Ouvertüren – und wie daraus schon ersichtlich ist, eine bemerkenswerte Entstehungsgeschichte hat.

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1804 beauftragte der Direktor des Theater an der Wien Beethoven, die Oper "Leonore“ zu schreiben, die dann am 20. November 1805 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Es geht um Leonore, die sich als Mann verkleidet (und Fidelio nennt), um bei dem Kerkermeister Rocco in Dienst treten zu können. Leonores Ehemann wurde unschuldig gefangen genommen und siewill ihn aus dem Kerker befreien, was zu guter Letzt auch gelingt. Die Oper wurde jedoch nicht gerade begeistert aufgenommen, wie man z.B. aus Kotzebues Rezension entnehmen kann: "Eine neue Beethovensche Oper: Fidelio, oder die eheliche Liebe, gefiel nicht. Sie wurde nur einigemale aufgeführt und blieb gleich nach der ersten Vorstellung ganz leer. Die Melodien sowohl als die Characteristik vermissen, so gesucht auch manches darin ist, doch jenen glücklichen, treffenden, unwiderstehlichen Ausdruck der Leidenschaft, der uns aus Mozartschen und Cherubinischen Werken so unwiderstehlich ergreift."

Nach einer Revision durch Beethoven selbst, wird am 29. März 1806 die zweite Fassung von "Fidelio“ aufgeführt. Die Resonanz ist etwas besser, jedoch überwirft sich Beethoven nun mit der Intendanz und zieht die Partitur zurück. Erst acht Jahre später wird die Oper erneut angefragt und von Beethoven im März 1814 komplett überarbeitet. Er schreibt in einem Brief: "(...) geschwinder würde ich etwas neues schreiben, als jezt das Neue zum alten (...). Die Partitur von der oper ist so schrecklich geschrieben als ich je eine gesehn habe, ich muß Note für Note durchsehn, (sie ist wahrscheinlich gestohlen) kurzum ich versichre sie (…), die oper erwirbt mir die Märtirerkrone".

Die ungeliebte Arbeit sollte sich jedoch lohnen: In der Neufassung, die am 23. Mai 1814 aufgeführt wurde, war "Fidelio“ endlich Erfolg beschieden. In der zweiten Aufführung drei Tage später erklang dann auch die vierte – und damit letzte – Ouvertüre, die nicht rechtzeitig fertig geworden war.

Quelle: Beethoven-Haus

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Fri, 30 Mar 2012 04:43:00 -0700 Beethoven-Blog-Lexikon: E wie Elise http://beethovenfest.posterous.com/e-wie-elise http://beethovenfest.posterous.com/e-wie-elise

Ein „nicht eben bedeutendes, aber recht anmuthiges Klavierstückchen“ soll heute im Beethoven-Blog-Lexikon betrachtet werden, denn schließlich ist das, was der Beethovenforscher Ludwig Nohl hier beschreibt, heute wohl das bekannteste Klavierstück der Welt… Beethovens „Für Elise“. Nohl gab das Stück unter diesem Titel heraus, weil er auf dem Autograph die Widmung „Für Elise am 27 April zur Erinnerung von L. v. Bthvn“ gesehen hatte. Das Problem für die heutige Beethovenforschung dabei: Das Autograph ist seit 1867 verschollen und in Beethovens Umkreis gab es offensichtlich keine „Elise“, die für die Widmung in Frage kommen könnte. Da Beethoven im April 1810 in Therese Malfatti (später von Droßdik) verliebt war und ihr gar einen Heiratsantrag machte, der jedoch abgelehnt wurde, liegt die Vermutung nahe, dass das Werk wohl „Für Therese“ heißen sollte. Wer im digitalen Archiv des Beethoven-Hauses Bonn stöbert, weiß, dass bei Beethovens Handschrift ein solcher Fehler durchaus denkbar ist. Andererseits kannte Nohl Beethovens Schrift sehr gut. Zudem wies der Kölner Organist Johannes Quack darauf hin, dass Beethoven in dem Werk die Buchstaben des Namens E-L-I-S-E melodisch umgesetzt habe.

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Eine weitere, vor allem von dem Beethovenforscher Klaus Martin Kopitz vertretene Vermutung, wer die Widmungsempfängerin gewesen sei, ist Maria Eva „Elisabeth“ Röckel, verheiratete Hummel (1793–1883). Jedoch wird sie nur in einer einzigen schriftlichen Quelle als „Elise“ bezeichnet, was die Zuschreibung unwahrscheinlich macht.

Sofern nicht das Autograph wieder auftaucht, wird das Rätsel um „Elise“ wohl ungelöst bleiben. Jedenfalls aber hat die Unbekannte uns einen immer wiederkehrenden Ohrwurm beschert…

Quelle mit Hörprobe: Beethoven-Haus Bonn

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Mon, 26 Mar 2012 06:06:00 -0700 Zum 185. Todestag Ludwig van Beethovens: Die Grabrede von Grillparzer http://beethovenfest.posterous.com/zum-185-todestag-ludwig-van-beethovens-die-gr http://beethovenfest.posterous.com/zum-185-todestag-ludwig-van-beethovens-die-gr

"Als er starb, haben wir geweint..."

Am 26. März 1827 starb Ludwig van Beethoven. Seine Grabrede schrieb der österreichische Schriftsteller Franz Grillparzer (1791-1872), die am 29. März vorgetragen wurde. Hier die Abschrift, die laut Max Unger auf einen Wiener Theatersouffleur zurückgehen soll, der für Grillparzer gearbeitet hat.

"Indem wir hier an dem Grabe dieses Verblichenen stehen, sind wir gleichsam die Repräsentanten einer ganzen Nation, des deutschen gesammten Volkes, trauernd über den Fall der einen hochgefeyerten Hälfte dessen, was uns übrig blieb von dem dahingeschwundenen Glanze heimischer Kunst, vaterländischer Geistesblüthe. - Noch lebt zwar - und möge er lange leben! - der Held des Sanges in deutscher Sprach und Zunge; aber der letzte Meister des tönenden Liedes, der Tonkunst holder Mund, der Erbe und Erweiterer von Händel und Bachs, von Hayden und Mozarts unsterblichem Ruhm hat ausgelebt, und wir stehen weinend an den zerrissenen Saiten des verklungenen Spiels. Des verklungenen Spiels! Laßt mich so ihn nennen! denn ein Künstler war er, und was er war, war er nur durch die Kunst. Des Lebens Stacheln hatten ihn tief verwundet, und wie der Schiffbrüchige das Ufer umklammert, so floh er in deinen Arm, o du, des Guten und Wahren gleich herrliche Schwester, des Leides Trösterinn, von oben stammende Kunst! Fest hielt er an dir, und selbst als die Pforte geschlossen war, durch die du eingetreten bey ihm, sprachst zu ihm; als er blind geworden war für deine Züge durch sein taubes Ohr, trug er noch immer dein Bild im Herzen und als er starb, lags noch auf seiner Brust.

Ein Künstler war er, und wer steht auf neben ihm? Wie der Behemoth die Meere durchstürmt, durchflog er die Grenzen seiner Kunst. Vom Girren der Taube bis zum Rollen des Donners, von der spitzfindigsten Verwebung eigensinniger Kunstmittel bis zu dem furchtbaren Puncte, wo das Gebildete übergeht in die regellose Willkühr streitender Naturgewalten, alles hatte er durchmessen, alles erfaßt. Der nach ihm kommt, wird nicht fortsetzen, er wird anfangen müssen, denn sein Vorgänger hörte nur auf, wo die Kunst aufhört. Adelaide und Leonore! Feyer der Helden bey Vittoria und des Meßopfers gläubiges Lied! Kinder ihr der drey- und viergetheilten Stimmen, brausende Symphonie! ”Freude, schöner Götterfunken, du Schwanengesang! - Muse des Liedes und des Saitenspiels! Stellt euch rings um sein Grab und bestreut’s mit Lorbeern!

Ein Künstler war er, aber auch ein Mensch - Mensch in des Wortes vollkommenster Bedeutung. Weil er von der Welt sich abschloß, nannten sie ihn feindselig, und weil er der Empfindung aus dem Wege ging, gefühllos. Ach, wer sich hart weiß, der flieht nicht. Gerade das Übermaß der Empfindung weicht der Empfindung aus. - Wenn er die Welt floh, so wars, weil er in den Tiefen seines liebenden Gemüthes keine Waffe fand, sich ihr zu widersetzen; wenn er sich den Menschen entzog, so geschah’s, nachdem er ihnen alles gegeben und nichts zurück empfangen hatte. Er blieb einsam, weil er kein Zweytes fand. Aber bis zum Tode bewahrte er ein menschliches Herz allen Menschen, ein väterliches den Seinen, Gut und Blut aller Welt. So war er, so starb er, so wird er leben für alle Zeiten. Ihr aber, die Ihr unserem Geleite gefolgt bis hierher, gebiethet Eurem Schmerz! - Nicht verloren habt Ihr ihn, Ihr habt ihn gewonnen. - Ihr wißt, wenn die Pforte des Lebens hinter uns sich schließt, springen auf die Pforten zum Tempel der Unsterblichkeit. Dort steht er nun bey den Großen aller Zeiten; unantastbar für immer. Drum scheidet trauernd aber gefaßt von hier, und wenn euch je im Leben, wie der kommende Sturm, die Gewalt seiner Schöpfungen übermannt, wenn Eure Thränen fließen in der Mitte eines jetzt noch ungebornen Geschlechts, so erinnert euch dieser Stunde, und denkt: wir waren auch dabey, als sie ihn begruben, und als er starb, haben wir geweint.”

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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Statue von Franz Grillparzer (Foto: Kierano)

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Fri, 23 Mar 2012 03:51:00 -0700 Beethoven-Blog-Lexikon: D wie Diabelli http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-d-wie-diabelli http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon-d-wie-diabelli

Bei dem Namen Diabelli werden vielen Beethoven-Liebhabern sofort die Diabelli-Variationen einfallen. Das Antonie Brentano gewidmete Werk opus 120, 33 Veränderungen über einen Walzer von Diabelli C-Dur, ist Beethovens letztes großes Klavierwerk. Wer aber war dieser Diabelli und wie kam es zu den Variationen?

Anton_diabelli

Anton Diabelli (1781-1858) war ein österreichischer Komponist und Verleger. Sein musikalisches Talent wurde von Michael Haydn, Domorganist des Salzburger Doms und Bruder Joseph Haydns, schon früh entdeckt und gefördert. Als Diabelli 1803 nach Wien zog, erhielt er Unterricht von Joseph Haydn und lernte bald auch Beethoven kennen. 1818 gründete er gemeinsam mit Peter Cappi einen Musikverlag, den er ab 1824 erfolgreich allein führte.

Im Jahr 1819 schickte Diabelli rund 50 österreichischen Komponisten besagten Walzer und bat um Variationen hierzu, die in einem Sammelband herausgegeben werden sollten – darunter auch das Wunderkind Franz Liszt (1811-1886) und der zu der Zeit wenig bekannte Franz Schubert (1797-1828). Beethoven notiert noch im selben Jahr einen Großteil seiner Diabelli-Variationen im Wittgensteiner Skizzenbuch, arbeitet dann jedoch lange an der Missa Solemnis und den letzten drei Klaviersonaten, und kehrt erst zum Jahresende 1822 zu dem Werk zurück. Diabelli bittet er um Geduld – soll dieser doch schließlich 40 Dukaten für die Komposition zahlen.

Beethoven schreibt schließlich 86 Seiten. Die Variationen haben eine Spiellänge von 50-60 Minuten und lassen sich in dreimal zehn Variationen und einen Schlussteil mit drei Variationen gliedern. Schon die Quantität zeigt, dass der eigensinnige Komponist sich mitnichten in ein vorgegebenes Muster einfügen wollte. So erscheinen seine Variationen im Jahr 1823 denn auch in einem Band für sich und erst im nächsten Jahr folgt der Sammelband mit den Variationen der anderen österreichischen Komponisten. Dazu Beethovens süffisanter Kommentar in einem späteren Brief an Diabelli, der auf eine Sonate von ihm wartet: „Ihr habt ja ein ganzes Heer Komp.[onisten], die es weit beßer können als ich, gebt jedem einen Takt, welch wundervolles werk ist da zu nicht zu erwarten? – Es Lebe dieser euer Österr. verein, welcher [deinen] SchusterFleck – Meisterl.[ich] zu behandeln weiß –“.

Die von Diabelli selbst hoch geschätzte Original-Handschrift der Diabelli-Variationen befand sich bis zu seinem Tod in seinem Besitz. Im Jahre 2009 konnte das Beethoven-Haus Bonn das wertvolle Manuskript erwerben.

Weitere vom Beethoven-Haus zusammengestellte Informationen finden sich hier.

Hier sind die Diabelli-Variationen in der Interpretation von Andràs Schiff zu hören. Andràs Schiff  wird im Laufe des Beethovenfest Bonn 2012 und 2013 in sechs Konzerten alle 32 Klaviersonaten von Beethoven spielen.

Am 3.10 2012 wird der Preisträger der International Telekom Beethoven Competiton Bonn 2011, Jinnge Yan, die Diabelli-Variationen aufführen.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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Wed, 21 Mar 2012 05:07:00 -0700 Alle neun Beethoven-Symphonien beim Beethovenfest Bonn 2012 http://beethovenfest.posterous.com/alle-neun-beethoven-symphonien-beim-beethoven http://beethovenfest.posterous.com/alle-neun-beethoven-symphonien-beim-beethoven

Der finnische Dirigent und Komponist Esa-Pekka Salonen und das Philharmonia Orchestra als „Orchestra in Residence“ führen 2012 alle Beethoven-Symphonien auf. Es ist der erste Beethoven-Symphonien-Zyklus, den Salonen, der sein Beethovenfest-Debüt gibt, mit seinem Londoner Orchester realisiert und den er in dieser Form nur in London und in Bonn dirigiert: Anknüpfend einerseits an die olympischen Spiele in London und andererseits an Beethovens Botschaft an die Menschheit, präsentiert der finnische Dirigent und Komponist fünf zeitgenössische Werke aus allen Erdteilen: An jedem der fünf aufeinander folgenden Konzertabende erklingt zwischen zwei Beethoven-
Symphonien eine Komposition aus einem der fünf Kontinente.

Einen Vorgeschmack auf Esa-Pekka Salonen und das Philharmonia Orchestra gibt es hier:

Alle Konzerte des Beethoven-Symphonien-Zyklus

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Fri, 16 Mar 2012 06:06:00 -0700 C wie Clemens http://beethovenfest.posterous.com/c-wie-clemens http://beethovenfest.posterous.com/c-wie-clemens

Beethoven-Blog-Lexikon

C wie Clemens – aber welcher Clemens eigentlich? Es geht um Clemens Brentano. Der Dichter der Romantik lebte von 1778 -1842 und war somit ein Zeitgenosse Beethovens. Beethovens sogenannte Schlachtensinfonie „Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria“ op. 91 inspirierte Brentano zu dem Gedicht „Nachklänge Beethovenscher Musik", das mit den Worten endet: „Wellington, Viktoria! Beethoven, Gloria!“ Schon einige Zeit davor nahm Brentano Kontakt zu Beethoven auf, dessen Musik er überaus schätzte. Über seine Schwägerin Antonie Brentano, die mit seinem Bruder Franz verheiratet war, ließ er dem Komponisten einen Text für eine Kantate schicken, die er anlässlich des Todes der Königin Luise von Preußen geschrieben hatte. Beethoven verfasste dann auch tatsächlich einige Skizzen dazu, beendete das Werk jedoch nicht. Im Sommer 1811 lernten er und Clemens Brentano sich bei einem Aufenthalt in Teplitz auch persönlich kennen. Eine Freundschaft entstand daraus zwar nicht, doch war Beethoven der Familie Brentano bereits über den schon erwähnten Franz Brentano und vor allem dessen Frau eng verbunden. Antonie Brentano könnte gar die Adressatin von Beethovens Brief „An die unsterbliche Geliebte“ gewesen sein. Fest steht, dass er ihr seine letzten großen Klavierwerke - die c-Moll-Sonate op. 111 (1822) sowie die Diabelli-Variationen op. 120 (1823) – widmete, ebenso wie das Lied „An die Geliebte“. Eine andere Brentano war ebenfalls tief von Beethoven beeindruckt. Bettina Brentano, die Schwester Clemens Brentanos und Halbschwester Franz Brentanos, hatte Beethoven im Mai 1810 gemeinsam mit ihrer Schwägerin Antonie Brentano kennengelernt und beschrieb die Begegnung ausführlich in ihrem Briefroman „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ (1835). Auch sie war eine wichtige Frau in Beethovens Leben und wurde zeitweilig von der Forschung für die unsterbliche Geliebte gehalten. Das Titelblatt des Liedes „Neue Liebe, neues Leben“ (op. 75, Nr. 2) mit Beethovens Widmung „Für Bettine Von Brentano“ befindet sich heute im Beethoven-Haus Bonn. So haben verschiedene Brentanos Beethoven inspiriert und sich von ihm inspirieren lassen.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

Brentano_clemens
Clemens Brentano

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Wed, 14 Mar 2012 08:12:26 -0700 Ausschnitte aus der Pressekonferenz des Beethovefestes Bonn vom 13. März 2012 http://beethovenfest.posterous.com/ausschnitte-aus-der-pressekonferenz-des-beeth http://beethovenfest.posterous.com/ausschnitte-aus-der-pressekonferenz-des-beeth

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Tue, 13 Mar 2012 09:26:00 -0700 Eigensinn. Über das Wahre in der Kunst http://beethovenfest.posterous.com/eigensinn-uber-das-wahre-in-der-kunst http://beethovenfest.posterous.com/eigensinn-uber-das-wahre-in-der-kunst

Unter diesem Motto steht das Beethovenfest Bonn 2012 (7.9.-7.10.)
Seit heute sind Motto und Programm des Beethovenfestes 2012 öffentlich! Die neue Website lädt zum Stöbern ein: www.beethovenfest.de

Hintergrund des diesjährigen Mottos ist ein Beethoven-Zitat, das auch in die Gestaltung des aktuellen Plakats Eingang gefunden hat:

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„Wahre Kunst ist eigensinnig, läßt sich nicht in schmeichelnde Formen zwängen.“, notierte Beethoven 1820 in ein Konversationsheft. Unter dem Motto „Eigensinn“ stehen beim Beethovenfest 2012 Musiker im Fokus, die wie Beethoven mit ihren Ideen der Zeit voraus sind und unbeirrt ihren Weg gehen. Mit diesen Grenzgängern, von denen viele dem Festival seit Jahren eng verbunden sind, hat das Beethovenfest Bonn exklusive Programme zusammengestellt. In diesem Jahr sind u.a. Martin Grubinger, Patricia Kopatchinskaja, Lisa Batiashvili, András Schiff, Daniel Hope, das Borodin Quartet, Kit Armstrong und Esa-Pekka Salonen mit dabei.

András Schiff beginnt einen zweijährigen Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus beim Beethovenfest Bonn 2012, der Beethoven-Streichquartett-Zyklus des Borodin Quartets erstreckt sich über die Festivals 2012 bis 2014. Esa-Pekka Salonen gibt sein Beethovenfest-Debüt mit einem exklusiven Beethoven-Symphonien-Zyklus gemeinsam mit dem Philharmonia Orchestra als eins der drei „Orchestra in Residence“. Weitere Spitzenorchester kehren nach Bonn zurück und es gastieren international renommierte Solisten wie Viviane Hagner, Mojca Erdmann, Susan Graham, Emanuel Ax, Kit Armstrong, Jan Lisiecki und David Orlowsky. Mit dem Kuss Quartett, dem Artemis Quartett, den King’s Singers, dem Hilliard Ensemble, Spark – the Classical Band, Igudesman & Joo und Ursus & Nadeschkin sowie Samy Deluxe & Tsunami Band kommen Ensembles zum Beethovenfest Bonn, die ihre Programme eigensinnig gestalten.

Zu John Cages 100. Geburtstag hat das Beethovenfest exklusiv die Cage-Nacht „In the Bird Cage“ konzipiert, in der u.a. Pierre-Laurent Aimard mit Tamara Stefanovich sowie Yaara Tal und Andreas Groethuysen sowie das Ensemble Spinario mit Darstellern des Freyer Ensembles auftreten und Bonner Schüler Cages „Musicircus“ aufführen.

Zwei Jugendorchester kommen erstmals zum Beethovenfest Bonn: Beim Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn gastiert das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra und das Youth Orchestra of Caracas gibt sein Deutschland-Debüt beim Beethovenfest Bonn. Es ist bereits das dritte Orchester aus dem venezolanischen „El Sistema“, das in Bonn auftritt.

Die Kartenbuchung ist ab dem 28. März über das Internet möglich.

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Fri, 09 Mar 2012 06:15:00 -0800 B wie Bonn http://beethovenfest.posterous.com/b-wie-bonn http://beethovenfest.posterous.com/b-wie-bonn

Beethoven-Blog-Lexikon

B wie Bonn heißt es heute in unserem Beethoven-Blog-Lexikon und was läge näher, als auf Beethovens Spuren einen kleinen Spaziergang durch Bonn zu machen – die Stadt, in der er vor 242 Jahren geboren wurde und die ihren berühmtesten Sohn keineswegs vergessen hat. Jedes Jahr im September wird hier ein Fest zu seinen Ehren begangen: Das Beethovenfest. Doch nicht nur das. In Bonn begegnet man dem Komponisten auf Schritt und Tritt – auf Tassen, Tellern, Magneten, Flaggen und Plakaten, Pralinen und Keksdosen! Nicht zu vergessen die Denkmäler – auf dem Marktplatz, in der Rheinaue, vor der Beethovenhalle,  beim Beethovenhaus… Nahezu alles scheint nach Beethoven benannt zu sein.

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Beethovens Geburtshaus © Michael Sondermann


22 Jahre seines Lebens hat Beethoven in Bonn verbracht. Hier bekam er den ersten Instrumentalunterricht, der den Grundstein für sein weiteres Leben bilden sollte. Sein Geburtshaus, das Haus Nr. 20 in der Bonngasse, beherbergt heute ein Museum (Beethovenhaus Bonn). Als Beethoven 6 Jahre alt war, zog seine Familie in die Rheingasse 24, wo schon sein Großvater gelebt hatte, und noch später in die Wenzelgasse 25. Auch in den Kirchen kann man Beethovens frühe Wirkstätten besichtigen: In der St. Remigius-Kirche spielte Beethoven schon als Kind die Orgel bei Gottesdiensten. Unterricht erhielt er in der Schlosskirche von Christian Gottlob Neefe. Hier trat er mit 14 Jahren seine erste Stelle als Hoforganist an. Auch im Münster spielte Beethoven gelegentlich Orgel. In der Redoute in Bad Godesberg traf Beethoven Joseph Haydn zum ersten Mal – natürlich nicht ohne seinem späteren Lehrer vorzuspielen.

Wer nun Lust auf einen Spaziergang an all die Orte in Bonn, die für Beethoven wichtig waren, bekommen hat, findet hier Tipps für einen Beethoven-Rundgang.

Aber auch wer sich gerade nicht in Bonn befindet, muss natürlich nicht auf die Spurensuche verzichten, denn am besten kann man Beethoven sicherlich durch seine Musik kennenlernen, die weit über Bonn hinaus geschätzt und bewundert wird.

Ein Werk, das in Bonn komponiert wurde, ist Opus 39, zwei Prädudien. >Hören

 

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Wed, 29 Feb 2012 08:55:00 -0800 Beethoven-Blog-Lexikon http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon http://beethovenfest.posterous.com/beethoven-blog-lexikon

Ab heute erfahrt ihr hier wöchentlich Gegebenheiten und Wissenswertes aus Beethovens Leben. Wir beginnen mit:

A wie Achtzehnhundertsiebenundzwanzig

Achtzehnhundertsiebenundzwanzig – in diesem Jahr starb Ludwig van Beethoven mit nur 57 Jahren. Rund 20.000 Menschen waren bei seiner Beisetzung in Wien anwesend: ein beeindruckendes Ende eines beeindruckenden Lebens. Die Bilanz: neun Symphonien, fünf Klavierkonzerte, 16 Streichquartette, 32 Klaviersonaten, die Oper »Fidelio« sowie die Messe in C-Dur und die »Missa solemnis« – um nur die bekanntesten Beethoven-Werke zu nennen.

Beethoven war einer der wenigen Komponisten, die bereits zu ihren Lebzeiten berühmt waren –  Zeitgenosse von Goethe und Schiller, Mozart und Haydn, der französischen Revolution und Napoleons, Vertreter der Wiener Klassik, Wegbereiter der Romantik, der taube Komponist, das musikalische Genie.

1770 in Bonn geboren, wurde der musikalisch Hochbegabte schon früh als Nachfolger Mozarts tituliert, trat mit 14 Jahren seine erste feste Anstellung als Organist an und ging mit 22 Jahren nach Wien, um Haydns Schüler zu werden. Da zwei Jahre später das Rheinland von französischen Truppen besetzt wurde, blieb er. Obgleich er seit 1812 zunehmend mit einer Hörschwäche zu kämpfen hatte und ab 1819 völlig taub war, komponierte er weiter. Erst 1824 vollendete er die 9. Symphonie. Die Vertonung von Schillers »Ode an die Freude« im Finalsatz ist heute die Hymne der Europäischen Union.

Am 26. März 1827 konstatiert Franz Grillparzer in seiner Grabrede: „Der letzte Meister des tönenden Liedes, der Tonkunst holder Mund, der Erbe und Erweiterer von Händel und Bachs, von Hayden und Mozarts unsterblichem Ruhm hat ausgelebt, und wir stehen weinend an den zerrissenen Saiten des verklungenen Spiels.“

Am 12. August 1845 wurde in Bonn das Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz feierlich enthüllt. Namentlich Robert Schumann und Franz Liszt sowie der 10 Jahre zuvor dafür gegründete „Bonner Verein für Beethovens Monument“ setzten sich maßgeblich für das Denkmal ein.

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Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz in Bonn © Michael Sondermann

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Tue, 14 Feb 2012 00:46:00 -0800 Beethovens Brief an die Unsterbliche Geliebte http://beethovenfest.posterous.com/beethovens-brief-an-die-unsterbliche-geliebte http://beethovenfest.posterous.com/beethovens-brief-an-die-unsterbliche-geliebte

Zum Valentinstag der Originaltext: Ewig mein, ewig dein, ewig uns!

Beethoven an eine unbekannte Adressatin [Teplitz, 6./7. Juli 1812]

am 6ten Juli Morgends. –

Mein Engel, mein alles, mein Ich. - nur einige Worte heute, und zwar mit Bleystift (mit deinem) - erst bis morgen ist meine Wohnung sicher bestimmt, welcher Nichtswürdiger Zeitverderb in d.g. - warum dieser tiefe Gram, wo die Nothwendigkeit spricht - Kann unsre Liebe anders bestehn als durch Aufoperungen, durch nicht alles verlangen, kannst du es ändern, daß du nicht ganz mein, ich nicht ganz dein bin - Ach Gott blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüth über das müßende - die Liebe fordert alles und ganz mit Recht, so ist es mir mit dir, dir mit mir - nur vergißt du so leicht, daß ich für mich und für dich leben muß, wären wir ganz vereinigt, du würdest dieses schmerzliche eben so wenig als ich empfinden - meine Reise war schrecklich ich kam erst Morgens 4 uhr gestern hier an, da es an Pferde mangelte, wählte die Post eine andre Reiseroute, aber welch schrecklicher Weg, auf der vorlezten Station warnte man mich bey nacht zu fahren, machte mich einen Wald fürchten, aber das Reizte mich nur – und ich hatte Unrecht, der Wagen muste bey dem schrecklichen Wege brechen, grundloß, bloßer Landweg, [durchgestrichen: und di] ohne 2 solche Postillione, wie ich hatte, wäre ich liegen geblieben Unterwegs. – Esterhazi hatte auf dem andern gewöhnlichen Wege hierhin dasselbe schicksaal, mit 8 Pferden, was ich mit vier. – Jedoch hatte ich zum Theil wieder vergnügen, wie immer, wenn ich was glücklich überstehe. – nun geschwind zum innern vom aüßern, wir werden unß wohl bald sehn, auch heute kann ich dir meine Bemerkungen nicht mittheilen, welche ich während dieser einigen Tage über mein Leben machte – wären unsre Herzen immer dichtan einander, ich machte wohl keine d.g. die Brust ist voll dir viel zu sagen – Ach – Es gibt Momente, wo ich finde daß die sprache noch gar nichts ist – erheitre dich – bleibe mein Treuer einziger schaz, mein alles, wie ich dir das übrige müßen die Götter schicken, was für unß seyn muß und seyn soll. –

dein treuer ludwig. –

Abends Montags am 6ten Juli –

Du leidest du mein theuerstes Wesen - eben jezt nehme ich wahr daß di eBriefe in aller Frühe aufgegeben werden müßen. Montags - Donnerstags - die einzigen Täge wo die Post von hier nach K. geht - du leidest - Ach, wo ich bin, bist du mit mir, mit mir und dir rede ich mache daß ich mit dir leben kann, welches Leben!!!! so!!!! ohne dich - Verfolgt von der Güte der Menschen hier und da, die meyne - eben so wenig verdienen zu wollen, als sie zu verdienen - Demuth des Menschen gegen den Menschen - sie schmerzt mich - und wenn ich mich im Zusammenhang des Universums betrachte, was bin ich und was ist der - den man den Größten nennt - und doch - ist wieder hierin das Göttliche des Menschen - ich weine wenn ich denke daß du erst wahrscheinlich Sonnabends die erste Nachricht von mir erhältst - wie du mich auch liebst - stärker liebe ich dich doch - doch nie verberge dich vor mir -g ute Nacht - als Badender muß ich schlafen gehen - [durchgestrichen: o geh mit, geh mit -] Ach gott - so nah! so weit! ist es nicht ein wahres HimmelsGebaüde unsre Liebe - aber auch so fest, wie die Veste des Himmels. -

guten Morgen am 7ten Juli –

schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir meine Unsterbliche Geliebte, hier und da freudig,
dann wieder traurig, vom Schicksaale abwartend, ob es unß erhört – leben kann ich entweder nur ganz mit dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen in der Ferne so lange herum zu irren, bis ich in deine Arme fliegen kann, und mich ganz heymathlich bey dir nennen kann, meine Seele von dir umgeben in’s Reich der Geister schicken kann – ja leider muß es seyn – du wirst dich fassen um so mehr, da du meine Treue gegen dich kennst, nie eine andre kann mein Herz besizen, nie – nie – O Gott warum sich entfernen müßen, was man so liebt, und doch ist mein Leben in V.[ien] so wie jezt ein kümmerliches Leben – Deine Liebe macht mich zum glücklichsten und zum unglücklichsten zugleich – in meinen Jahren jezt bedürfte ich einiger Einförmigkeit Gleichheit des Lebens – kann diese bey unserm Verhältniße bestehn? – Engel, eben erfahre ich, daß die Post alle Tage abgeht – und ich muß daher schließen, damit du den B. gleich erhältst – sey ruhig, nur durch Ruhiges beschauen unsres Daseyns können wir unsern Zweck zusammen zu leben erreichen – sey ruhig – liebe mich – heute – gestern – Welche Sehnsucht mit Thränen nach dir – dir – dir – mein Leben – mein alles – leb wohl – o liebe mich fort – verken[ne] nie das treuste Herz deines Geliebten

L.

ewig dein
ewig mein
ewig unß

> Quelle

Wer die Adressatin des Briefes war, gibt bis heute Rätsel auf... Mögliche Kandidatinnen:

Josephine_brunsvik
Josephine Brunsvik
Antonie_brentano
Antonie Brentano

 

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